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39. MÖBEL MARTIN Naturschutzpreis

Unsere Helden der Natur

Ein plätschernder Bach, der Lebensraum, Wasserquelle und Rückzugsort für zahlreiche Tiere und Pflanzen zugleich ist. Ein unscheinbarer Regenwurm, der im Verborgenen wertvolle Arbeit für gesunde Böden leistet. Eine Wildbiene, kaum größer als eine Ameise, die Blüten bestäubt und damit einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt leistet. Schmetterlinge, Vögel, Igel oder Fledermäuse, die in unseren Gärten, Wiesen und Wäldern ganz unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Sie alle sind echte Helden der Natur – und standen damit beim 39. MÖBEL MARTIN Naturschutzpreis im Mittelpunkt. Mit viel Neugier, Kreativität und Begeisterung haben Kindergarten- und Grundschulkinder aus dem Saarland und Rheinland-Pfalz ihre persönlichen Helden entdeckt und erforscht.

Unter dem Motto „Unsere Helden der Natur!“ rief MÖBEL MARTIN Kinder 2026 dazu auf, Tiere, Pflanzen oder besondere Lebensräume genauer unter die Lupe zu nehmen. Wer ist für unsere Natur unverzichtbar? Welche besonderen Fähigkeiten stecken hinter kleinen und großen Helden der Natur? Und was können wir selbst tun, um sie zu schützen? Insgesamt 57 Kindergärten und Grundschulen beteiligten sich mit ihren kreativen Ideen am Wettbewerb und machten sich auf eine spannende Entdeckungsreise.

Dabei entstanden ebenso vielfältige wie eindrucksvolle Projekte. Die Kinder beobachteten Tiere in ihrem natürlichen Umfeld, bauten Lebensräume und Schutzmöglichkeiten, legten naturnahe Flächen an, forschten, experimentierten und hielten ihre Erkenntnisse mit viel Fantasie fest. So wurde sichtbar, dass sich wahre Superkräfte in der Natur nicht immer auf den ersten Blick erkennen lassen: Manche Helden bestäuben Blüten, andere lockern den Boden, verbreiten Samen, halten natürliche Kreisläufe in Gang oder schaffen selbst Lebensraum für viele weitere Arten. „Wer die Natur mit offenen Augen betrachtet, entdeckt überall kleine und große Wunder. Genau diese Neugier möchten wir bei Kindern wecken und ihnen zeigen, dass jede Art eine wichtige Rolle in unserem Ökosystem spielt“, erklärt Prof. Dr. Silvia Martin, Initiatorin und Jurymitglied des MÖBEL MARTIN Naturschutzpreises.

15 herausragende Projekte wurden von der Expertenjury ausgewählt und mit Preisgeldern in Höhe von insgesamt 10.000 Euro ausgezeichnet. Die Entscheidung fiel angesichts der Vielzahl engagierter, kreativer und mit großer Sorgfalt umgesetzter Beiträge nicht leicht. Denn jedes Projekt zeigte auf seine eigene Weise, wie intensiv sich die Kinder mit ihrer Umwelt uns der Natur auseinandergesetzt haben.

„Die Begeisterung, mit der die Kinder ihren Helden der Natur nachgespürt haben, ist beeindruckend. Sie haben beobachtet, gefragt, ausprobiert und selbst angepackt – und damit gezeigt, dass Naturschutz schon im Kleinen beginnen kann“, so Prof. Dr. Martin.

Mit dem 39. MÖBEL MARTIN Naturschutzpreis standen deshalb nicht nur die Helden aus Tier- und Pflanzenwelt im Rampenlicht. Auch die Kinder selbst wurden zu kleinen Helden der Natur. Ihre Projekte machen deutlich: Wer versteht, wie wertvoll unsere heimischen Arten und Lebensräume sind, entwickelt auch den Wunsch, sie zu bewahren – und aus kleinen Naturentdeckern können die Naturschützer von morgen werden. 

Unsere Helden der Natur – das sind unsere Gewinner 

Unter dem Motto „Wenn die Nacht erwacht – Schutz für Igel und Fledermaus“ erforschten die Viertklässler der Lindenschule Riegelsberg zwei heimische Naturhelden. Sie bauten Igelhäuser und Fledermauskästen, gestalteten Flyer und informierten an einem eigenen Infostand über den Schutz der Tiere und ihrer Lebensräume. Mit großem Einsatz verkauften die Kinder ihre selbstgebauten Unterschlüpfe und sammelten dabei 600 Euro. Die Einnahmen spendeten sie an die Wildvogelauffangstation des Saarlandes und das Tierheim Saarbrücken. So wurde aus Wissen gelebter Naturschutz – und die Kinder zeigten, wie viel schon kleine Taten bewirken können.

Beim Projekt „Friedolin und die Vogelfreunde“ wurden die Kinder der katholischen Kita St. Michael selbst zu kleinen Vogelexperten. Gemeinsam mit Maskottchen Friedolin entdeckten sie heimische Vogelarten, lauschten ihren Stimmen, stellten Vogelfutter her und bauten Futterstationen. Friedolin stellte dabei bewusst neugierige Fragen – und die Kinder erklärten ihm, was sie bereits über Rotkehlchen, Amsel & Co. gelernt haben. So wurden spielerische Umweltbildung und praktischer Naturschutz verknüpft. Gleichzeitig entdeckten die Kinder: Genau wie jeder Vogel hat auch jeder Mensch seine ganz eigene „Superkraft“ – und Vielfalt macht uns gemeinsam stark.

Als „Bachdetektive“ machten sich die Vorschulkinder des Kindergartens Eichenhübel auf die Spur des Frohnbachs. Mit Lupen, Wasserproben und viel Forschergeist entdeckten sie Tiere und Pflanzen, verfolgten den Bachlauf und erforschten spielerisch, warum sauberes Wasser für viele Lebewesen unverzichtbar ist. Sie experimentierten, bauten Boote und Barfußpfade und wurden auf vielfältige Weise kreativ. Zum Abschluss präsentierten die Kinder ihre Erlebnisse und Erkenntnisse in einer Ausstellung für alle Kita-Kinder und Eltern. So wurde aus einem vertrauten Ort ein echter Naturheld – und aus Neugier aktiver Naturschutz.

Im Mittelpunkt des Projekts der Kita St. Valentinus stand der Frosch und sein Lebensraum. Am selbst angelegten Miniteich beobachteten die Kinder täglich die Entwicklung zahlreicher Kaulquappen und lernten die faszinierende Metamorphose vom Laich bis zum Frosch kennen. Sie erforschten Unterschiede zwischen Frosch und Kröte und erlebten, wie eng die Tierwelt rund um ihren Miniteich miteinander verbunden ist – sogar mit den Störchen aus dem benachbarten Nest. Mit Geschichten, Liedern, Bewegung, vielen kreativen Angeboten wurde der Naturheld mit allen Sinnen entdeckt – und der Kita-Teich zum lebendigen Lernort.

Unter dem Motto „Kleine Flügel – große Wirkung“ entdeckten die Vorschulkinder der Kita Abenteuerwelt den Schmetterling als echten Naturhelden. Sie erforschten seine Entwicklung vom Ei über Raupe und Puppe bis zum Schmetterling, beobachteten Tiere in der Natur und lernten, was Schmetterlinge zum Leben brauchen. Mit einem Schmetterlingsbeet, Samenbomben, Trinkschälchen und einem Schmetterlingshaus schufen die Kinder selbst neue Nahrungs- und Rückzugsorte. So erlebten sie ganz praktisch: Schon kleine Maßnahmen können viel für Artenvielfalt, Lebensräume und gelebten Naturschutz bewirken.

Unter dem Motto „Regenwürmer – unsere kleinen Helden der Erde“ erforschten die Kinder der Kita St. Josef, warum Regenwürmer für gesunde Böden so wichtig sind. Sie suchten und beobachteten die Tiere, experimentierten mit Licht, Feuchtigkeit und Nahrung und gestalteten ein eigenes Wurmglas. Dabei lernten sie, wie Regenwürmer den Boden lockern, Humus bilden und Pflanzen beim Wachsen helfen. Eine Regenwurmecke machte das Projekt für alle sichtbar. Zum Abschluss wurden die Würmer wieder freigelassen – und jedes Kind nahm seinen selbst gestalteten Perlen-Wurm als Erinnerung mit nach Hause.

Die Kinder der Kita Arche Noah machten die Feuerwanze zu ihrem Naturhelden. Aus alltäglichen Beobachtungen im Außengelände entstand ein echtes Forschungsprojekt: Die Kinder untersuchten Feuerwanzen unter dem Mikroskop, erforschten ihre Nahrung und fanden heraus, warum sie als kleine „Müllabfuhr“ der Natur wichtig sind. Mit einer Projektwand und eigenen Feuerwanzen-Büchern hielten sie ihr Wissen fest. Damit sich die Tiere weiterhin wohlfühlen, pflanzten die Kinder Hibiskus als zusätzliche Nahrungsquelle. Zum Abschluss nahm jedes Kind sein Feuerwanzen-Buch mit nach Hause und erhielt einen eigenen Experten-Ausweis.

Die Klasse 3 der Grundschule Osburg machte den Biber zu ihrem Naturhelden – als echten Baumeister unserer Gewässer. Mit Büchern, Filmen, Experimenten und einem Workshop des Naturparkverbands Saar-Hunsrück erforschten die Kinder seine Lebensweise und seine Bedeutung für Feuchtgebiete. Im MINT-Unterricht bauten sie eigene kleine Dämme und testeten, wie Wasser gestaut werden kann. Dabei lernten sie, wie eng Tiere, Pflanzen und Lebensräume miteinander verbunden sind. So zeigte ihnen der Biber eindrucksvoll, wie ein einziges Tier neue Lebensräume schaffen und damit vielen anderen Arten helfen kann.

Für die Drittklässler der Mozartschule wurde die Rodalb selbst zum Naturhelden. An fünf Projekttagen untersuchten 55 Kinder Wasserqualität, Temperatur und Fließgeschwindigkeit, bestimmten Bachbewohner und setzten Regenbogenforellen ein. Bei zwei Müllaktionen holten sie unter anderem Reifen, Fahrrad, Roller und einen Einkaufswagen aus dem Bach. Mit Interviews, Plakaten, Briefen, Liedern, Gedichten, Film und Fotobuch machten sie ihr Wissen sichtbar. So entstand nicht nur Forschergeist, sondern auch echte Verbundenheit mit dem Bach und der Wunsch, ihn langfristig zu schützen.

Für die Kinder der Kita Birkenbergstrolche wurde der Baum zum Naturhelden und lebendigen Zuhause. Mit Maskottchen „Blatti“ erforschten sie seine Bedeutung, entdeckten Tiere am Stamm und lernten den Baum mit allen Sinnen kennen. Sie entwickelten Regeln zum Schutz der Bäume, kennzeichneten Ameisenbereiche, legten einen Schutzkreis aus Rindenmulch an und richteten eine „Baum-Tankstelle“ zum Gießen ein. Aus Naturmaterialien entstand außerdem ein Vogelhaus. So übernahmen die Kinder ganz praktisch Verantwortung für ihren Naturhelden. Im Herbst werden gemeinsam mit dem Ortsbürgermeister weitere neue Bäume gepflanzt.

Die Kinder der Kita Lindenhof machten die Hummel zu ihrer kleinen Heldin mit großer Wirkung. Sie beobachteten Hummeln, erforschten ihre Lebensweise und entdeckten, wie wichtig sie für die Bestäubung und damit für Blumen, Obst und Gemüse sind. Gemeinsam pflanzten sie hummelfreundliche Blumen, bauten Insektentränken und stellten Samenbomben her. Durch eine Projektwand, Sammelaktionen und Materialien zum Mitnehmen wurden auch Familien und Mitarbeitende einbezogen. So lernten die Kinder: Schon kleine Taten können helfen, Lebensräume zu schaffen und Hummeln nachhaltig zu schützen.

Die Kinder der Kita Farbenspiel machten den Regenwurm zu ihrem Superhelden der Erde. In einem Forscherlabor beobachteten sie ihn ganz genau, bauten ein eigenes Würmerhotel und entdeckten, wie er Gänge gräbt, Pflanzenreste verarbeitet und daraus wertvollen Humus entstehen lässt. Mit einem großen Regenwurm-Quiz mit kniffligen Fragen wurde das Projekt auch für andere Kinder und Eltern zum Mitmachen geöffnet. Alle Entdeckungen, Fotos und Forscherberichte flossen in ein 40-seitiges Forscherbuch ein. So wurde aus Neugier echtes Wissen – und aus einem unscheinbaren Tier ein faszinierender Naturheld.

Im Mittelpunkt des Projekts der Kita St. Maternus stand die Nektar-Schlabberbiene. Gemeinsam mit den Naturbotschaftern des NABU erforschten sie die kleinste Wildbiene Deutschlands, ihre Lebensweise und ihre enge Verbindung zur Glockenblume. Sie säten Glockenblumen, bauten Nisthilfen und lernten spielerisch, wie Wildbienen ihren Nachwuchs versorgen. Aus ihren Entdeckungen entstand außerdem eine eigene Kamishibai-Geschichte, gestaltet mit Zeichnungen und gesammelten Naturmaterialien. So verband das Projekt Forschen, Gestalten und ganz praktischen Wildbienenschutz.

Unter dem Motto „Heldenreise am Wegesrand“ machten die Kinder des Rehbergkindergartens den weit reisenden Schmetterling Distelfalter zu ihrem Helden der Natur. Sie erforschten seine Entwicklung und seine erstaunlichen Wanderungen, zogen Raupen bis zum Schmetterling auf und entließen die Falter später auf einer bunten Wildblumenwiese. Auf dem Außengelände entstand zudem eine eigene „Schmetterlingstankstelle“ mit nektarreichen Pflanzen und Tränke. Plakate, Kunstwerke und selbst gestaltete Shirts machten das Projekt sichtbar. So erlebten die Kinder hautnah, wie wichtig blühende Lebensräume für Schmetterlinge sind.

Die Kinder der Kita Juwelchen machten die Ameise zu ihrem Naturhelden. Rund um die bereits im Außengelände entdeckte Rotbärtige Sklavenameise entstand ein ganzheitliches Forschungsprojekt: Die Kinder beobachteten die Tiere, erforschten ihre Stärke, Wahrnehmung und ihr beeindruckendes Zusammenleben im Staat. Ein Ameisenschutzzaun schützte ihren Lebensraum und ermöglichte zugleich spannende Einblicke. Mit Bewegungsangeboten, Experimenten, Liedern und einem großen Ameisen-Forschertag wurde Wissen erlebbar. So lernten die Kinder: Auch die Kleinsten sind wichtig – besonders, wenn alle zusammenarbeiten.

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